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Presseinformationen

Prof. Emmanuelle Charpentier erhält Otto-Warburg-Medaille 2016

Die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) ehrt die französische Mikrobiologin für ihre bahnbrechenden Erkenntnisse zur Behandlung von Erbkrankheiten und chronischen Erkrankungen

 

Mosbach, 1. April 2016: Heute wurde Prof. Emmanuelle Charpentier die Otto-Warburg-Medaille verliehen. Mit dem renommierten Wissenschaftspreis ehren die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) und ihre Partner Elsevier und Biochimica et Biophysica Acta (BBA) Prof. Charpentier für ihre Entwicklung des CRISPR-Cas9-Systems als Werkzeug, um genetisches Material zu bearbeiten und die Funktion von Genen zu untersuchen. Die von Charpentier entwickelte Methode, die auch das Korrigieren von fehlerhaften DNA-Sequenzen ermöglicht, könnte zur Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten von Krankheiten führen. Die Wissenschaftlerin erhält für ihre bahnbrechenden Erkenntnisse ein Preisgeld von 25.000 Euro, das für ihre weitere Forschungsarbeit bestimmt ist.

„Die Auszeichnung mit der Otto-Warburg-Medaille ist eine große Ehre für mich“, sagte Prof. Charpentier in Mosbach. „Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um meinem gesamten Team und insbesondere den jungen Wissenschaftlern zu danken, die mit ihrem großem Engagement, Enthusiasmus und ihrer harten Arbeit maßgeblich zur Entschlüsselung und Entwicklung des CRISPR-Cas9-Systems beigetragen haben.“

Basierend auf ihrem Nachweis, dass Bakterien dank einer „molekularen Schere“ in der Lage sind, eingeschleustes fremdes Erbgut wieder herauszuschneiden, entwickelte die Wissenschaftlerin mit dem CRISPR-Cas9-System eine Methode, welche neben der Bedeutung in der Grundlagenforschung in Zukunft auch zur Therapie genetisch bedingter Erkrankungen dienen kann.

„Mit ihren Entdeckungen hat Prof. Charpentier der Forschung in den Lebenswissenschaften neue, faszinierende Möglichkeiten eröffnet“, so Prof. Johannes Buchner, Präsident der GBM. „Die Ergebnisse zeigen einmal mehr die große Bedeutung von Grundlagenforschung für Biologie und Medizin. Die von Charpentier entwickelte neue Technik kann in Zukunft für die Gentherapie eine signifikante Rolle spielen, und somit das Leben vieler Patienten positiv beeinflussen. Wir freuen uns deshalb sehr, eine so exzellente Wissenschaftlerin wie Emmanuelle Charpentier mit der Otto-Warburg-Medaille auszeichnen zu können.“

„Gemeinsam mit der GBM möchten wir Exzellenz in der Forschung fördern und vorantreiben“, ergänzt Petra Ullrich, Marketing Director Europe bei Elsevier. „Deshalb freuen wir uns sehr, in diesem Jahr Prof. Charpentier die Medaille zu überreichen. Die beeindruckenden Erkenntnisse Prof. Charpentiers zeigen einmal mehr, dass Frauen in der Forschung einen signifikanten Beitrag leisten. Wir hoffen, dass vor allem Nachwuchsforscherinnen sich dadurch motivieren lassen, auch eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen.“ Eine Elsevier Studie zur Forschungslandschaft in Deutschland hat 2015 gezeigt, dass die Anzahl an Wissenschaftlerinnen in den letzten fünf Jahren stärker gewachsen ist als die der männlichen Forscher. Trotzdem herrscht weiterhin eine große Kluft zwischen Frauen und Männern in der Wissenschaft.

Die Otto-Warburg-Medaille wird bereits seit 1963 vergeben und genießt großes internationales Ansehen. Unter den bisherigen Preisträgern sind führende internationale Wissenschaftler wie Prof. Randy Schekman von der University of California, Berkeley, der zum Jubiläum des Wissenschaftspreises im Oktober 2013 mit der Medaille und im gleichen Jahr mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

Seit 2012 ist der Wissenschaftsverlag Elsevier gemeinsam mit der führenden Fachzeitschrift Biochimica et Biophysica Acta (BBA) exklusiv Kooperationspartner der Otto-Warburg-Medaille und sponsert die Auszeichnung.

 

Medienkontakte:

Dr. Anke Lischeid
Managing Director, GBM
+49 69 660567-12
lischeid@gbm-online.de
www.gbm-online.de


Stefanie Schieke
Consultant, APCO Worldwide
+49 30 59 000 20-23
sschieke@apcoworldwide.com

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